Kraftvoller Wahlkampfauftakt

Begeisternde Reden auf dem Georgsplatz - Stargast Beatrix von Storch

Eigentlich ist es keine Kunst, als AfD-Politiker eine aufrüttelnde und mitreißende Rede zu halten. Das Versagen der Altparteien ist so komplett, die Liste der Baustellen so ellenlang, die Probleme dieses Landes sind so gravierend, dass man nur aus dem Vollen zu schöpfen braucht. Und das taten die Redner, die am Sonnabend auf dem Georgsplatz zum Wahlkampfauftakt der AfD die rund 200 Zuhörer begeisterten, und jeder tat es auf seine Weise.IMG 20170520 WA0004

Beziehungsweise auf ihre. Den Anfang bei der Vorstellung der Bundestags-Direktkandidaten machte nämlich Sabine Ehrke (Wahlkreis 47, Region-Süd) - und das mit einem fulminanten, temperamentvollen Tribunal über den alarmierenden Verfall der Inneren Sicherheit in unserem Land. Und Sabine Ehrke schöpfte weiter aus dem Vollen, bei der verheerenden "Energiewende" etwa, verheerend nicht zuletzt für die zu zigtausenden geschredderten Vögel.

Begleitet wurde all das vom, fast möcht man sagen: vertrauten Gepfeife und Geschrei der üblichen Verdächtigen, also unserer Antifanten und sonstigen tapferen Widerstandskämpfer aus dem linken Lager, die jedoch von der Polizei in sicherem Abstand gehalten wurden - und eigentlich nicht weiter störten. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle den Beamten, die schon bei der Zugangskontrolle die linke Spreu vom soliden Weizen trennten, so dass unsere Ordner einen ruhigen Tag hatten. Kein Vergleich mehr mit unserer Veranstaltung zur Kommunalwahl im September auf dem Trammplatz, als es noch zu beträchtlichen Störungen innerhalb der Absperrgitter gekommen war.

Nachdem Sabine Ehrke die Stimmung auf Betriebstemperatur gebracht hatte, war es für den folgenden Dietmar Friedhoff (Wahlkreis 43, Region-Nord) ein Leichtes, das Niveau zu halten, und er machte das souverän, ebenso wie die beiden stadthannoverschen Direktkandidaten, Jörn König (Wahlkreis 41, Hannover-Nord) und Dr. Herbert Klever (42, Hannover-Süd).

Den Inhalt dieser Reden auch nur stichwortartig wiederzugeben, würde hier den Rahmen sprengen. Wie gesagt: Man kann ansetzen, wo mal will - es liegt so gut wie alles im Argen in unserem Land, und die einzige Möglichkeit, das zu ändern, ist eben das Kreuz an der richtigen Stelle am 24. September. Immerhin, so viel sei doch gesagt: Die Altparteien übernehmen jetzt schon Forderungen der AfD, für die sie uns noch vor einem halben Jahr als Populisten und Hetzer beschimpft haben; Jörn König: "Die AfD wirkt!"

Dann Paul Hampel in gewohnt freier Rede und gewohnter Brillanz, mit Schwerpunkt Außen- und Verteidigungspolitik, für den ehemaligen Berufsoffizier ein Heimspiel. Und: eine Hampel-Rede ist immer auch ein Bildungserlebnis; der geschichtsbewusste Journalist ist mit Namen wie Scharnhorst und Gneisenau im Zusammenhang mit der deutsch-preußischen Militärgeschichte ebenso vertraut wie mit Wilhelm von Humboldt beim einst weltweit bewunderten deutschen Universitätssystem, dessen Niedergang Hampel anprangerte. Der Schöngeist kann also auch austeilen - und nicht zu knapp. Immer wieder unterbrach Beifall seine Rede.

IMG 20170520 WA0019

Und schließlich unser Stargast Beatrix von Storch zum krönenden Abschluss. Kämpferisch, brillant, sarkastisch - Beatrix eben. In Berlin ebenso zu Hause und erfahren wie in Brüssel - eine unserer Besten! BvS suchte anfangs ironisch ein Zwiegespräch mit unseren krakeelenden "Freunden", was aber nicht gelingen konnte, weil sie ja gar nicht zuhören (können).

Keine Ironie aber bei den existentiellen Problemen unseren Landes, sondern eisenhartes Zur-Sache-Gehen: "Keine Kompromisse mit dem Islam! Der Islam gehört nicht zu Deutschland!" Und, natürlich,, Merkels "Flüchtlings"-Desaster, die gesetzwidrige Grenzöffnung, die Missachtung von Recht und Gesetz überhaupt, sei es in Berlin, sei es in Brüssel. Wozu noch eine gigantische Lüge kommt, die nämlich, die Grenzöffnung habe etwas mit "humanitären Gründen" zu tun gehabt. Beatrix verwies ausdrücklich auf das Buch "Die Getriebenen" von Robin Alexander, in dem minutiös dargelegt wird, dass dieses Staatsversagen ersten Ranges allein der Feigheit und Verantwortungslosigkeit geschuldet war, der Angst vor "unschönen Bildern".

Frau von Storch kündigte als eine der ersten Amtshandlungen der AfD im nächsten Bundestag die Beantragung eines Untersuchungsausschusses gegen Merkel an, in dem alle diese Gesetzesbrüche und Lügen behandelt werden. Die FDP hat bereits angekündigt, dieses Vorhaben zu unterstützen. Auch hier also: Die AfD wirkt! Begeisterter Beifall für Beatrix.

Friedrich Witerzens hatte die äußerst gelungene Veranstaltung eröffnet, und er beschloss sie auch. Und alle gingen mit dem Gefühl nach Hause: "Wir sind die Größten!" Sind wir ja auch. Nur noch nicht zahlenmäßig in den Parlamenten. Aber wir arbeiten daran.

IMG 20170520 WA0021

ps

Es waren auf dem Georgsplatz auch einige Journalisten erschienen. Einer von ihnen vom ZDF. Die ironische Frage, ob er mal wieder die bösen Rechtspopulisten entlarven wolle, beantwortete er mit der ebenso überraschenden wie erfreulichen Auskunft: Nein, er mache etwas über Angriffe auf Parteibüros. Da könne er ja sozusagen nur hoffen, dass die Antifanten auch ordentlich was lieferten, sagte der AfD-Chronist darauf gutgelaunt. Worauf der sympathische junge Mann erwiderte, nun seinerseits mit - anerkennenswerter - Selbstironie: Ja, so gesehen schon.

Zufällig traf der Chronist den jungen Mann vom ZDF wieder, als dieser sein Gerät im Wagen verstaute und sich anschickte, davonzufahren. Das sei ja für ihn sicher enttäuschend gewesen, sagte der Chronist scherzhaft. Worauf der ZDF-Mann jedoch sofort darauf zu sprechen kam, dass zum Schluss die erste Strophe des Deutschlandlieds gespielt worden sei.

Zur Information: In der Tat sollte der traditionelle abschließende Gesang musikalisch vom Band begleitet werden, doch gab es, so der Eindruck des Beobachters, offenbar technische Schwierigkeiten, so dass die Sache mit der Musik nach verschiedenen vergeblichen Versuchen abgeblasen wurde und unsere Nationalhymne a cappella erklang.

Weiter im Text: Der Chronist sagte draufhin, das habe er gar nicht mitgekriegt, dass das die erste Strophe gewesen sei, und er habe den Eindruck, sonst auch niemand. Ob er, der ZDF-Mann, denn ernsthaft erwäge, aus dieser Nichtigkeit "etwas zu machen". Das ließ der ZDF-Mann offen - und verabschiedete sich. Wir werden sehen.